Euro 2018
Training mit den Klassikern mit Andreas Jagodzinsky
15.07.2018 - 15:50

„Warum beschäftigt man sich mit den Partien und den alten Großmeistern immer noch?“, beginnt Jagodzinsky seinen Vortrag. Die Frage war an die Spieler vor Ort gerichtet.
Eine Spielerin antwortet: „Damit wir die Spieltaktik lernen.“
Dies würde nur ein Spruch vom Trainer sein, entgegnete Jagodzinsky. Im gleichen Atemzug fragte er die anwesend Trainerin Tatjana Melamed, ob das stimme. Sie lachte nur.
Argumente, die für das Analysieren von Partien der vergangenen Weltmeister sprechen, brachte der Referent für Leistungssport des Deutschen Schachbundes selbst: Man könne nachvollziehen wie sich das Schachspiel verändert hatte über die Jahrzehnte, erst wurden alle Opfer angenommen, dann trainierte man die einzelnen Phasen des Spiels und schlussendlich kann jeder Schachspieler selbst berichten, wie das Training gestaltet wird.
Nach dieser kleinen Vorrede, machte er sich auch gleich ans Werk und analysierte eine Schachpartie von Lasker gegen Tarrasch. Hierfür stellte er die Frage in den Raum, ob Lasker ein guter Psychologe gewesen sei.
Im Laufe der Analyse kam er zu dem Schuss, dass Lasker nicht sonderlich ausgeprägte Eröffnungskenntnisse hatte. Kein Spieler gibt dem Gegner nach der Eröffnung so viel vor wie Lasker. Jedoch war Lasker, seiner Meinung nach, ein hervorragender Taktiker, der es, wie es jeder gute Spieler heute auch ist. Lasker schaffte es wenn er eine schlechtere Stellung hatte diese zu verkomplizieren und es somit dem Gegner so schwer wie möglich machte.
Ann-Marie Mütsch gewann für den richtigen Zug noch ein Buch. Und der Sohn von Jagodzinsky, wollte unbedingt noch eine Verlosung, da er auch etwas gewinnen wollte. Dieser Vorschlag wurde jedoch nicht angenommen. Und so beendete er seinen Vortrag und wünschte allen anwesenden und auch nicht anwesenden Spielern viel Erfolg im Turnier.

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KS


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